London (ddp.djn). Die britischen Banken sollten nach Einschätzung einer von der Regierung eingesetzten Kommission aufgespalten werden. Ziel sei es, dadurch Interessenkonflikte zwischen dem Investmentgeschäft und Privatkundengeschäft zu vermeiden. Damit könnten auch angeschlagene Banken abgewickelt werden, ohne den Kunden zu schaden, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der «Future of Banking Commission». Eine Reform der Bankenregulierung reiche allein nicht aus.
Damit gehen die Empfehlungen weiter als die sogenannte «Volcker Rule» in den USA – benannt nach Paul Volcker, dem ehemaligen US-Notenbankchef und derzeitigen Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama. Derzufolge sollen die Großbanken in den USA zu einer Trennung von klassischem Bankgeschäft und Eigenhandel gezwungen werden. Das Geschäft der Banken mit immobilienbesicherten Wertpapieren und Derivaten solle eingeschränkt werden.
Der britischen Bankenkommission zufolge reicht die Reform der Bankregulierung, die auf höhere Kapitalrichtlinien und Liquiditätsvorgaben setzt, und eine Rückkehr zum «normalen Betrieb» nicht aus, um Finanzkrisen in Zukunft zu verhindern. Die Banken sollten «Testamente» verfassen, die dabei helfen, das Einlagengeschäft von dem Kreditgeschäft zu trennen, heißt es in dem Bericht weiter. Auch die Einlagensicherung solle verbessert werden. Die Kommission wollte ihre Vorschläge Schatzkanzler George Osborne im Tagesverlauf übergeben.
ddp

