München (ddp). Der Münchner Autokonzern BMW erhöht wegen der Erholung der Nachfrage vor allem in China und den USA seine Absatz- und Ergebnisprognose für 2010. Es werde jetzt gegenüber dem Vorjahr mit einem Absatzplus von rund 10 Prozent auf über 1,4 Millionen Fahrzeuge gerechnet, teilte der weltgrößte Luxusautohersteller am Dienstag mit. Zuletzt waren die Bayern von einem Plus im soliden einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Die besseren Verkaufszahlen sollen sich auch positiv im Ergebnis niederschlagen.
Im Krisenjahr 2009 hatte BMW nicht – wie viele Kleinwagenhersteller – von der Abwrackprämie profitiert. Zudem war der wichtige US-Markt eingebrochen, so dass die Münchener insgesamt mit knapp 1,3 Millionen Wagen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ein Zehntel weniger als 2008 verkauften.
Im ersten Halbjahr 2010 hatte sich der Markt für Oberklassewagen aber deutlich erholt. Dabei profitierten die Münchener vor allem von der Nachfrageerholung in den USA und dem anhaltenden Boom in China. Der Branchenprimus verkaufte in den ersten sechs Monaten gut 696 000 Autos, ein Plus von 13 Prozent.
Weiteren Rückenwind für Absatz und die Finanzkennzahlen versprechen sich die Münchener vom neuen 5er, dem wichtigsten Neuanlauf in diesem Jahr. Die hauptsächlich als Firmenwagen genutzte Limousine soll knapp ein Fünftel der gesamten Verkäufe der Bayern ausmachen und gilt daher als Treiber für Absatz, Image, Umsatz und Ergebnis, zumal die neue Generation dank des Baukastensystems günstiger produziert wird als sein Vorgänger.
Angesichts der Entspannung auf den Automärkten rechnet BMW nun mit einer Rendite (Ebit-Marge) im Autogeschäft von mehr als fünf Prozent. Bislang war der Konzern von einer Marge im unteren einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Der anvisierte Vorsteuergewinn werde höher ausfallen als erwartet, erklärte BMW, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Für dieses Jahr hatte BMW zuletzt mit einem im Vergleich zu 2009 deutlich besseren Konzernergebnis vor Steuern gerechnet.
Aufgrund des Absatzschwunds war der Umsatz der Bayern 2009 um knapp fünf Prozent auf etwa 50,7 Milliarden Euro geschrumpft. Im Gegensatz zu anderen Autoherstellern schrieb BMW aber schwarze Zahlen: Vor Zinsen und Steuern verdiente der DAX-Konzern 289 Millionen Euro und damit knapp ein Drittel des Vorjahres. Eine höhere Steuerquote hatte dem Branchenprimus jedoch die Bilanz verhagelt und den Gewinn unter dem Strich um 36 Prozent auf 210 Millionen Euro einbrechen lassen.
Für die Anleger waren die Nachrichten eine positive Überraschung: An der Frankfurter Börse schoss der Kurs der BMW-Aktie nach der Mitteilung um 6,2 Prozent auf 41,34 Euro nach oben.
ddp

