Meißen (ddp-lsc). Unter dem Titel «Der Stein der Weis(s)en» zeigt die Meißener Albrechtsburg ab Samstag (8. Mai) eine Ausstellung über die Porzellanherstellung auf der Burg. Wie die Kuratorin der Ausstellung, Simona Schellenberger, am Donnerstag in Meißen sagte, waren die Spuren der Arbeit von bis zu 800 Menschen in allen Räumen der Burg seit dem Ende der Porzellanfertigung an diesem Ort kaum spürbar. Deshalb solle die Schau in der Albrechtsburg «mit heutigen Mitteln die verschwundene Manufaktur wieder sichtbar machen», sagte Schellenberger. Die Burg war von 1710 bis 1863 Sitz der ersten Königlichen Porzellanmanufaktur.
«Hier ist der authentische, aber weitestgehend geheime Herstellungsort aller heute berühmten Meissner Porzellane», betonte Schellenberger. Auf der Albrechtsburg seien sowohl das bekannte Schwanenservice, die berühmten Tierplastiken Kändlers, aber auch höfische Repräsentationsobjekte gefertigt worden. Der Direktor des Staatsbetriebes Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (SBG), Christian Striefler, betonte: «Diese Ausstellung weckt die Albrechtsburg aus dem bisherigen Dornröschenschlaf.» Sie sei der entscheidende Schritt zur nachhaltigen Nutzung der Burg.
Die neue zweiteilige Exposition des Staatsbetriebes Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (SBG) ist nach der offiziellen Eröffnung am Freitag (7. Mai) ab Samstag (8. Mai) bis zum 31. Oktober für die Öffentlichkeit zugänglich. Teil 1, «Experiment und Produktion», wird Schellenberger zufolge als Teil der Nutzungsgeschichte des Schlosses zur Dauerausstellung. Der zweite Teil – die Sonderausstellung «Kunst oder Kommerz?» – umfasse 180 selten zu sehende 180 Exponate aus dem 19. Jahrhundert, vornehmlich Leihgaben. Parallel dazu eröffnen die Staatlichen Kunstsammlungen im Dresdner Japanischen Palais die Sonderausstellung «Triumph der Blauen Schwerter».
Im Unterschied zu der Dresdner Schau beleuchte die Meißner Ausstellung «die Atmosphäre rings um die bedeutenden Erfindungen und Entwicklungen». Es gehe auch um den Blick hinter die Kulissen, auf die Produktions- und Arbeitsbedingungen der vergangenen 300 Jahre, sagte Schellenberger.
Nach Angaben von Striefler handelt es sich bei einem Großteil der gezeigten Originalexponate um Leihgaben der Dresdner Porzellansammlung. Er hoffe auf weit über 100 000 Besucher. Es sei wichtig, den Besuchern etwas zu zeigen, was «überraschend, überwältigend und neu ist».
Ihren Namen verdankt die Meißener Burg dem Herzog Albrecht, dem Begründer der albertinischen Linie des sächsischen Herrscherhauses. Baulich gesehen ist sie allerdings keine Burg, sondern ein spätgotisches Residenzschloss, das als solches aber nie genutzt wurde. 21 Millionen Euro investierte der Freistaat Sachsen nach Angaben des Finanzministeriums seit 1993 in Umbau und Sanierung, weitere fünf Millionen Euro stehen bis 2011 bereit. Danach stehen drei Obergeschosse mit rund 4500 Quadratmetern Ausstellungsfläche zur Verfügung. Ab Mitte 2011 soll eine neue Dauerausstellung zur sächsischen Landesgeschichte folgen.
ddp

