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Bundesminister für Entwicklungshilfe
Sprungbrett Generalsekretär
Wer was wird in der Politik, muss, ehe er im Olymp in der ersten Reihe als Minister oder in der zweiten als Staatssekretär Platz nehmen darf, in der Partei Fronarbeit geleistet haben. Die ehemaligen Generalsekretäre Ronald Pofalla (CDU) und Dirk Niebel (FDP) stehen dafür. Im Außenministerium und im Entwicklungshilfeministerium haben vier ehemalige Generalsekretäre der FDP (Westerwelle, Niebel, Hoyer, Pieper) die politische Beletage besetzt.
Die Personaldecke der FDP ist in 11 Oppositionsjahren so fadenscheinig geworden, dass Westerwelle nicht nur Hochbegabte in die Regierung entsenden konnte. Auch Dirk Niebel ist kein Überflieger, obgleich er bei der Bundeswehr gelernt hat, mit dem Fallschirm abzuspringen und unten heil anzukommen, was in der Führungsetage der FDP – denkt man an Möllemann – nicht die Regel ist.
Der einzige überzeugende Grund dafür, Niebel das Entwicklungshilferessort zu übertragen, ist der, dass Westerwelle verhindern wollte, dass im Entwicklungshilfeministerium nach Art der sozialdemokratischen Vorgängerin in diesem Amt ein Stück Nebenaußenpolitik betrieben wird. In den vergangenen 11 Oppositionsjahren hatte die FDP mit der Entwicklungshilfe nicht viel am Hut. In Statements der Liberalen war auch von Abschaffung eines Extraministeriums die Rede.
Wie die Jungfrau zum Kind kommt Niebel zu einem Ministerium, auf das er kein Auge geworfen hatte, auf dessen Zielrichtung “dritte Welt” er sich nicht intensiv vorbereitet hatte. Man hätte sich ihn eher als Arbeitsminister vorstellen können. Der am 29. März 1963 in Hamburg geborene hat nach achtjähriger Dienstzeit an der Fachhochschule des Bundes – Fachbereich Arbeitsverwaltung – in Mannheim Verwaltungswesen studiert. Als Diplom-Verwaltungswirt wurde er 1993 Arbeitsvermittler am Arbeitsgericht Heidelberg. Seine Frau Andrea ist Logopädin mit eigener Praxis. Das Ehepaar hat drei Söhne.
Sein Feld ist also der Sektor Arbeit der Innenpolitik und nicht die weite unterentwickelte Welt. Er wurde schon 1998 nach Einzug in den Bundestag der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Fraktion. Er hat als Generalsekretär zwischen 2005 und 2009 mitgeholfen, die FDP aus dem Bereich der einstelligen Prozente in der Demoskopie erst in den Ländern und jetzt auch im Bund in den der zweistelligen zu befördern. Da war ihm der Dank des Vorsitzenden gewiss.
Wolfgang Wiedemeyer
