Jacob Nomus ist Familienvater, Schriftsteller und Unternehmer. Auf www.bookrix.de veröffentlicht er regelmäßig Leseproben seiner neuesten Romane.
Eine ebook community im world wide web als Sprungbrett für eine Schriftstellerkarriere? Jacob Nomus ist – auf www.bookrix.de – einer der bekanntesten Autoren. Dort publiziert er seine neuesten Romane und hat auf diesem Wege sein erstes Buch inzwischen 600 Mal verkauft.
Warum schreibst du eigentlich gerne? Was war der Auslöser?
Das Schreiben ist für mich eine von vielen Ausdrucksformen. Ich zeichne und komponiere auch leidenschaftlich gerne. Wobei ich zugeben muss, dass ich den Schritt von der Lyrik zur Prosa erst in den letzten fünf Jahren gemacht habe. Heute schreibe ich hauptsächlich. Der Auslöser war, dass ich Ideen hatte und Zusammenhänge darstellen wollte, für die ich mehr Raum brauchte, als der, den mir ein Lied oder ein Bild zur Verfügung stellt. Wie hätte ich die vielen Gedanken, die im Amarna-Grab stecken anders ausdrücken sollen als in einem Roman? In dem Trailer zum Amarna-Grab konnte ich dann alles wieder zusammenbringen – Musik, Grafik und Text. Klasse.
Schreibst du lieber Romane, Kurzgeschichten oder Gedichte?
Alle drei. Gedichte am ehesten in Kombination mit Musik. Kurzgeschichten immer wieder mal zwischendurch. Die gehen mir recht leicht von der Hand. Romane sind für mich die reizvollste Gattung, weil sie komplexer sind, wenn auch im Erstellen wesentlich zeitintensiver. Am Amarna-Grab habe ich über zwei Jahre recherchiert und geschrieben.
Was inspiriert dich?
Das, was mich umgibt: Diskussionen, Zeitungsartikel, Beobachtungen der Menschen oder der Natur. Ich liebe es, die Dinge in einen Zusammenhang zu stellen und über Ursachen und Wirkungen zu spekulieren. Deswegen spielen logische Zusammenhänge in meinen Geschichten immer eine wichtige Rolle; genauso, wie menschliche Schicksale.
Warum schreibst du Krimis?
Komponenten des Kriminalromans sind in einigen meiner Geschichten enthalten, aber ich würde hier nicht meinen Schwerpunkt setzen. Man kann „Das Amarna-Grab“ als Krimi bezeichnen, weil am Anfang des Romans die Leiche und am Ende der dazugehörige Mord beschrieben wird, aber ich sehe es mehr als ein riesiges Puzzle, ein logisches Zusammenspiel von Fiktion und Fakten, das, zusammengesetzt, eine Jahrtausende überdauernde Verschwörung zeigt. Mein nächster Roman wird ein Thriller sein, bei dem es um einen scheinbaren Mord geht, und das darauf folgende Buch ein Drama um einen Jungen, der süchtig nach Onlinespielen wird. In allen Geschichten ist der Fokus auf dem Innenleben der Protagonisten.
Was war bisher dein größter Erfolg als Autor?
Eine schwere Frage, denn Erfolg spannt sich über das kontinuierliche Ansteigen der Fangemeinde, über die Anerkennung durch professionelle Schriftsteller und Kritiker bis hin zum finanziellen Erfolg. Ich habe es als einen großen Erfolg empfunden, als “Das Amarna Grab” nur wenige Wochen nach Erscheinen bei Amazon in der Rubrik „Ägypten“ Platz #1 belegt hat. Ein finanzieller Erfolg war in jedem Fall die Tatsache, dass der Roman sich nach nur drei Monaten komplett amortisiert hatte. Aber auch die Rückmeldung des Literaturkritikers Denis Scheck zu „Das Amarna-Grab“ war für mich ein persönlicher Erfolg. Ich war wirklich stolz, als ich das las. All diese Erfolge sind jeder für sich von Bedeutung. Es ist da schwer, einen größten Erfolg zu benennen. Vielleicht ist mein größter Erfolg der, dass die Leser des „Amarna-Grabs“ mir mitteilen, auch den nächsten Roman kaufen zu wollen.
Haben deine Bücher autobiografische Züge?
Natürlich stecken die Ideen und Erfahrungen des Autors in seinem Werk. Die mathematischen Überlegungen aus „Das Konzept“ sind schon ein Teil von mir. Aber mit Vorsicht sollte der Umkehrschluss genossen werden, aus einem Werk zwingende Rückschlüsse auf den Autor zu ziehen. Die Figuren, die ich in den Stücken zeichne, nehmen Rollen ein und müssen aus dieser Rolle heraus Dinge tun und sagen, die die Dramaturgie oder den Charakter der Person erfordern. Das ist dann aber nicht notwendigerweise meine persönliche Einstellung, Meinung oder Reaktion in solch einer Situation. Ich käme nie auf die Idee, Ihnen über die Retina ihre Erinnerungen zu löschen. Auch wenn es die technische Möglichkeit gäbe, würde ich es nicht tun.
Was möchtest du uns in deinen Büchern mitteilen? Eine Botschaft?
Der große Masterplan hinter dem Lebenswerk?
Nein. Der Ursprung ist die Faszination für eine Idee, für „Was-wäre-wenn-Konstruktionen“. Oft nehme ich Tatsachen und verdrehe sie oder führe sie ad absurdum. Eine grundsätzliche Botschaft könnte also lauten: Urteile nicht zu vorschnell. Jede Sache kann aus einer Vielzahl von Perspektiven betrachtet werden. Sieh die Dinge in Ruhe an, bevor du dir eine Meinung über sie bildest.
Wie gehst du mit einem öffentlichen Lob eines erfahrenen Autors um?
Macht es dir Mut oder gibt es dir beispielsweise Kraft weiterzumachen?
Die fundierte, positive Kritik einer kompetenten Person ist natürlich immer angenehm und motivierend. Wenn sie dazu noch öffentlich geäußert wird, hat sie zudem eine Signalwirkung auf andere Leser. Ich empfinde das als Ansporn, diesem Urteil auch in Zukunft gerecht zu werden.
Wie bist du zu BookRix gekommen?
Bis zu meinem Eintritt in die BookRix-Community hatte ich meine Geschichten nur an meine Familie und an meinen Freundeskreis geschickt. Das Feedback, das ich erhielt, war stets wohlwollend. Das war nett, aber nicht befriedigend. Ich hatte im Herbst 2008 die Rohfassung meines ersten Romans „Das Amarna-Grab“ fertig gestellt und wollte von literaturinteressierten Menschen wissen, wo es hakt und was gut ist. In dieser Zeit, es war während der Frankfurter Buchmesse 2008, habe ich einen Artikel über BookRix gelesen und mich als User angemeldet.
Was gefällt Dir an BookRix?
Mir gefällt die Natur von BookRix, sowohl Literaturplattform als auch Community zu sein. BookRix stellt eine Vielzahl von professionellen Instrumenten zur Verfügung, um die eigenen Texte zu präsentieren, zu validieren, zu vernetzen und zu bewerben; das alles extrem benutzerfreundlich, graphisch sehr ansprechend und technisch auf hohem Niveau. Die Texte, die ich auf BookRix eingestellt habe, sind z.B. fast alle mit meiner Homepage, meinem Blog und verschiedenen Communities wie Facebook und MySpace verlinkt. Den Wert der Community darf man auch nicht unterschätzen: Ich habe in den letzten zwölf Monaten auf BookRix sowohl sehr viele talentierte Hobbyautoren als auch professionelle Schriftsteller kennengelernt. Der Austausch von Meinungen und Ideen ist ein nicht zu unterschätzender Wert. Auch viele Informationen, die es mir später ermöglicht haben, meinen Roman zu veröffentlichen, bekam ich über professionelle Autoren und Verleger, die bei BookRix angemeldet sind.
Wie hast du die Entwicklung der Plattform miterlebt?
Die Funktionen, die BookRix bereitstellt und kontinuierlich hinzufügt, richten sich sowohl an Hobbyautoren als auch an professionelle Schriftsteller. Es ist eine intelligente Mischung aus Internet-Community und Literaturportal. In den letzten zwölf Monaten wurde BookRix z.B. um multimediale Elemente erweitert. Außerdem stellt es die Texte zum Lesen mit eBooks zur Verfügung. Von dem technologischen Angebot auf BookRix benutze ich persönlich vor allem die Funktionen zur Erstellung der Bücher im BookRix-Format und ihr Einbinden in meine verschiedenen Webpräsenzen.
Hast du durch BookRix neue Freunde gefunden?
Das ist eine ganz große Stärke der Plattform. Sie führt Menschen zusammen, die sich für dieselben Dinge interessieren und begeistern. Mit einigen Autoren habe ich mich dann auch in der realen Welt, auf der Frankfurter Buchmesse 2009, getroffen. Ich hatte einen unheimlichen Spaß und hoffe, dass wir das in Zukunft wiederholen werden.
Ist dir das Feedback der BookRix-User wichtig?
Das Feedback der Leser ist mir immer sehr wichtig; es ist mir ja ein Anliegen, meine Ideen und die Begeisterung mit anderen zu teilen. Und es ist mir auch wichtig, dass ich besser werde. Ich nehme Kritiken sehr ernst und versuche sie nachzuvollziehen. Es kommt durchaus vor, dass ich aufgrund eines Kommentars eine Textpassage verständlicher schreibe oder sogar umbaue. Manchmal kostet es Überwindung, Dinge zu verwerfen, um die man so lange gerungen hat. Aber wenn ich als Autor sehe, dass eine hohe Anzahl Leser ein Problem mit einem bestimmten Gedankengang hat, dann muss ich da noch einmal ran. Außerdem erschließen sich mir bei Diskussionen über einen neuen Text manchmal auch zusätzliche Ideen, die den Text noch besser werden lassen.
Was machst du sonst noch, außer schreiben?
Ich bin Familienvater, Schriftsteller und Unternehmer. Zwischen diesen drei Welten versuche ich die größtmögliche Harmonie zu schaffen. Als Unternehmer reise ich viel durch Italien. Da sammle ich kontinuierlich sehr viele Eindrücke, die ich verarbeite. Hinzu kommt die oft sehr konträre Sichtweise meines privaten Umfelds. Ich sehe, höre und erfahre am Tag vieles, das ich dann nachts, in vollkommen neuer Form, zu Papier bringe, manchmal auch in Form einer Zeichnung oder einer Partitur.
Informationen zum Roman & Leseprobe im BookRix-Format:
http://www.jacobnomus.com/das_amarna-grab.html
Filmtrailer “Das Amarna-Grab”:
http://www.jacobnomus.com/das_amarna-grab_1.html
Interview: François Baumgartner

Jacob ist kult! Wie so viele andere Bookrix Mitglieder, habe auch ich mir das Amarna Grab bestellt. Es ist nicht nur ein spannendes Buch, es ist vor allem tiefgründig. Sie fragen im Interview zu recht nach dem Genre des Krimis. Es geht in diesem Buch um die Suche nach Wahrheit, um die Entwicklung von Chaos zu Kosmos. Aber während er im Plot das Versprechen eines Kriminalautors an seine Lesers einlöst und den Fall auflöst, also Ordnung schafft, stellt er zugleich doch ein viel grundsätzlicheres Ordnungssystem unseres Lebens in Frage, den Ursprung des Monotheismus. Das ist schon alles recht clever. Jacob Nomus eben.