Berlin (ddp). Schauspieler Gérard Depardieu hat die Arbeit an seinem neuen Film «Mammuth» sehr genossen. Es sei schön, mit Freunden und solchen Kollegen zu arbeiten. Es sei ein Kunstfilm, «es gibt ja sonst immer weniger Kunst im Kino», sagte der 61-jährige Franzose am Freitag bei der Vorstellung des Films auf der Berlinale. Die Tragikomödie der französischen Regisseure Benoit Delépine und Gustave Kervern läuft im Wettbewerb und sollte am Abend Weltpremiere feiern.
Es sei eine Rolle, «in der es nichts zu tun gibt, außer zu sein», sagte der Schauspieler. Es gebe keinerlei psychologischen Hintergrund. Es gehe einfach darum, Leben und Würde über Liebe auszustrahlen. «Ich selbst bin eher ein Vagabund und habe keinerlei Ehrgeiz, etwas zu besitzen.» Er wolle das Leben beobachten, wie sein Charakter im Film. Natürlich verdiene er unheimlich viel Geld mit seinem Beruf, aber es gebe auch viele blöde Leute in seiner Branche, sagte er.
Delepine sagte, als sie vor etwa einem Jahr Depardieu getroffen hätten, hätten sie noch kein Wort des Drehbuchs geschrieben gehabt. Inenrhalb einer Stunde hätten sich dann alle entschlossen, den Film zu machen. «Zwei Monate später hatten wir ein Drehbuch.»
Depardieu spielt in «Mammuth» den titelgebenden Schlachthof-Arbeiter mit langen, schmierigen Haaren, der gerade 60 geworden ist. Seit er 16 ist, hat er gearbeitet, war nie krank, nun will er in den Ruhestand gehen. Dafür fehlen aber noch einige Rentenbelege früherer Arbeitgeber. Daraufhin begibt er sich mit seinem Motorrad, eine «Mammuth» aus den 70er Jahren, auf eine Reise in die Vergangenheit. Dabei trifft er ehemalige Kollegen, frühere Freunde und lang verschollene Verwandte und erinnert sich an seine erste große Liebe, die er bei einem Motorradunfall verlor.
In weiteren Rollen sind unter anderen Yolande Moreau, Isabelle Adjani und Miss Ming zu sehen. Depardieu war in diesem Jahr in einem zweiten Film auf dem Festival zu sehen. «L´autre Dumas» lief am Donnerstag in der Reihe Berlinale Special.
Delépine und Kervern waren im vergangenen Jahr mit der schwarzen Komödie «Louise hires a contract killer» in den deutschen Kinos vertreten.
(ddp)
